Wundberatung

Unsere Wundberater

In einem kurzen Interview von Birgit Kaufmann mit Schwester Heike Coenen und Schwester Marina Reitenbach, welche eine Ausbildung zum Wundberater absolvierten. Beide Mitarbeiterinnen beraten nun Angehörige und Klienten in Zusammenarbeit mit den Hausärzten und Fachärzte ausführlich über alle Belange der chronischen Wundversorgung.

B. K.: Wo habt Ihr Eure Ausbildung gemacht?

H. C.: An der TRICONmed Akademie Reinhardswald in Kassel.

M. R.: Dies fand in einem alten Mädcheninternat völlig abgeschieden statt - war schon Klasse.

B. K.: Wie lange hat die Ausbildung gedauert?

M. R.: Also angefangen haben wir Anfang September 2008. Zuerst gab es einen 1-wöchigen Blockunterricht, danach hatten wir 6 Wochen Zeit ein Praktikum mit 16 Stunden zu absolvieren.

H. C.: Wir haben dies im Jung-Stilling-Krankenhaus in der dortigen Ambulanz leisten können und waren sehr gut betreut durch einen Wundmanager dort. Danach mussten wir eine Fallbeschreibung erstellen, d. h. bei einem ausgewählten Patienten mit einer chronischen Wunde wird die Entstehung, der Verlauf und die Heilung dargestellt. Diese Fallbeschreibung wurde nach Berlin geschickt. Die erzielte Note floss mit in die Endnote ein.

M. R.: Danach gab es noch 1 Woche Blockunterricht sowie eine weitere Woche zur Vorbereitung auf das Abschlußexamen, das dann Ende Oktober 2008 erfolgte. Geprüft wurden wir vom TÜV Rheinland. Wir haben alles bestanden und sind froh, das so gut geschafft zu haben.

B. K.: Was waren die Ausbildungsthemen?

H. C.: Anatomie und Physiologie der Haut, Wundentstehung, klassische Wundbilder wie z. B. das diabetische Gangrän, Ulcus cruris, Dekubitus. Viele Informationen über Materialkunde, Rechtsgrundlagen, Ernährung, Hygiene und Dokumentation. Unsere Dozenten waren ein Gefäßchirurg, ein Pharmazeut und eine Pflegedienstleiterin aus einer Wundambulanz und andere. Wir haben wirklich viel gelernt in dieser Zeit.

B. K.: Wie dürft Ihr Euch denn nun offiziell nennen?

M. R.: Wundexpertinnen ICW e. V. (Initiative Chronische Wunden).

B. K.: Wie sieht denn nun Eure Tätigkeit auf der Station aus?

M. R.: Zum einen bekommen wir durch unsere Pflegedienstleitung den Auftrag bei einem neuen Patienten die Erst-Versorgung zu erbringen. Nach einer Beurteilung vor Ort und Gesprächen mit dem behandelnden Arzt bauen wir die Versorgung auf. Nachdem diese feststeht, übernimmt ein Mitarbeiter die weitere Versorgung und wir stehen weiterhin zur Beurteilung und Beratung zur Verfügung.

H. C.: Oder ein/e Kollege/in holt uns zur Behandlung dazu, dann verfahren wir ebenso wie beschrieben. Wir sehen uns in erster Linie als Entlastung der Angehörigen sowie des zu Pflegenden, durch Beratung, Anleitung und Begleitung sowie der Materialbeschaffung, Rezepte oder Verordnungen einholen. Auf die Mithilfe der Kunden und Angehörigen sind wir sehr angewiesen, um schon im Vorfeld vorbeugend handeln zu können, z. B. richtige Lagerung, Hygiene oder richtige Ernährung.

M. R.: Wichtig ist allen Mitarbeitern/innen - auch den ehrenamtlichen in unserer Station - dass wir qualifiziert und fachlich kompetent arbeiten können. Übrigens werden wir jährlich in einer 1-Tages-Schulung immer wieder auf den neuesten Stand gebracht.

B. K.: Vielen Dank Ihr Beiden für dieses Gespräch.